OM - Urklang der Schöpfung
Woher kommt OM?
Das heilige OM ist ein Bija-Mantra (Samen-Mantra) der Veden. Es trägt eine ureigene Klangweisheit und gehört zu einem der ältesten überlieferten spirituellen Erbe der Menschheit. Die vedische Kultur, die auf uralte Überlieferungen des vedischen Sanskrit zurückgeht, gilt als eine der ältesten bekannten Kulturformen, die in der Klangschwingung, dem Bewusstsein und dem Lebenswissen (wie im Ayurveda) eng miteinander verwoben sind. Schon lange vor den großen Weltreligionen wurden in dieser Tradition Klang, Atem und Bewusstsein als Weg zur Einheit mit dem Göttlichen gesehen.
Heute begegnet uns OM als heiliger Klang im Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und im Yoga, ein Ton, der Menschen zusammenführt, ins Innere führt und den Ursprung spürbar macht.
Was sind die Veden?
Die Veden gelten als die ältesten überlieferten heiligen Schriften Indiens und gehören zu den ältesten spirituellen Textsammlungen der Menschheitsgeschichte. Sie wurden über viele Jahrhunderte mündlich weitergegeben, bevor sie niedergeschrieben wurden (ihre schriftliche Fixierung wird historisch meist zwischen ca. 1500-500 v. Chr. angesetzt, während ihre Entstehung selbst noch deutlich älter sein kann).
„Veda“ bedeutet Wissen, Erkenntnis – nicht im Sinne von Informationen, sondern als inneres Wissen, das aus Bewusstsein und Erfahrung entsteht. Ihre Inhalte umfassen:
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Klang & Mantra – spirituelle Schwingung als Weg des Erwachens
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Ritual & Meditation
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Heilkunst & Lebensführung – Ayurveda („Wissen vom Leben“) entspringt daraus
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Philosophie & Naturverständnis
In der vedischen Weltsicht wurde die Schöpfung nicht nur gedacht, sie gehörte. Klang galt als Ursprung von Form und OM als der erste, heiligste Klang, der aus der gesamten Schöpfung hervorging. Am Anfang war das Wort“ - so kennen wir es aus der Bibel.
Im Klang des OM zeigt sich dieser Ursprung als Schwingung, die Leben hervorbringt.
Was bedeutet OM?
OM wird als Urklang, als göttlicher Klang verstanden. Er trägt in sich die Kraft und das Potential der gesamten Schöpfung – den gleichen Impuls, aus dem sich alles entfaltete. Deshal b wird OM auch als „Lebenskraft des Universums“ bezeichnet. Wenn wir OM singen oder hören, bringen wir diesen schöpferischen Klang in uns zum Klingen.
A - den Anfang, das Entstehen, den Beginn jeder Erfahrung verbunden mit Brahmā, der schöpferischen Kraft.
U - den Weg, das Fließen, das Leben selbst verbunden mit Viṣṇu, der erhaltenden Kraft.
M - das Zurückkehren, das Ende, die Stille danach verbunden mit Śiva, der transformierenden und auflösenden Kraft.
Zusammen bilden sie den Kreis des Seins :
- Geburt, Leben - Transformation - Ruhe.
- Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft
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Wachzustand - Traumzustand - Tiefschlaf
Wie spricht man OM / AUM richtig aus?
AUM wird im Sanskrit eigentlich aus drei Silben gebildet – A – U – M – und der nachschwingenden Stille. Nach den Regeln der Sanskrit-Grammatik (den sogenannten Sandhi-Regeln) verschmelzen A und U zu O - deshalb wird AUM im gesprochenen Klang OM. So zeigt sich im Klang selbst ein Übergang: vom Ursprung (A), über das Fließen (U), bis zur Rückkehr in die Stille (M) – Klang und Bedeutung werden eins.
Du kannst OM (bzw. AUM) als Mantra chanten. Dabei entfaltet jeder Laut eine eigene Qualität:
A - geöffnet, weit: der Herzton, Verbindung zum Ursprung / zum Göttlichen
U - fließend, tragend: die Brücke zur materiellen Welt / Mutter Erde
M - nach innen geführt: Rückzug, Heimkehr zur Seele, Stille
In diesem Klangbogen spiegelt sich das Leben selbst: Alles beginnt, entfaltet sich, wandelt sich – und kehrt zurück in die Stille.
Die vier Ebenen des Klanges
In der traditionellen vedischen Klanglehre manifestiert sich OM auf vier Ebenen:
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Vaikhari – hörbarer Klang
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Madhyama – energetische / mentale Phase
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Pashyanti – die kausale Ebene
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Para – die spirituelle Ebene
Entscheidend ist nicht nur die Aussprache, sondern auch das Bewusstsein, mit dem der Klang erzeugt und gehört wird.
Wie wirkt das Mantra OM?
Das Mantra OM wirkt auf mehreren Ebenen: körperlich, geistig und energetisch:
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Körperlich: Beim Tönen von OM entsteht eine feine Vibration im Brustraum und Kehlenbereich. Sie kann den Vagusnerv stimulieren, das Nervensystem beruhigen und den Körper in einen Zustand von Entspannung und Regeneration führen.
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Mental: Durch die Konzentration auf den Klang richtet sich der Fokus nach innen. Gedanken werden leiser, der Geist klarer, Präsenz entsteht.
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Energetisch: OM wird traditionell als Klang verstanden, der feinstoffliche Energien harmonisieren kann. In vielen Lehren wird seine Wirkung insbesondere mit dem Herz- und Stirnchakra (drittes Auge) in Verbindung gebracht - Zentren von Liebe, Intuition und innerer Wahrnehmung.
Schon ein leises OM kann wie eine Rückkehr aus der Trennung in die Verbindung wirken.
Was bedeutet OM als Bija Mantra?
Deva Premal und Miten beschreiben in ihrem Buch: „Mantra“ das OM als das kosmische Ja. „Es ist der kraftvollste Klang überhaupt. Er wird als Bija-Mantra bezeichnet, als Samen-Mantra. Denn so wie ein Same die Entfaltungsmöglichkeit eines Baumes bereits in sich trägt, so birgt das Mantra OM in sich die Blüte der Erleuchtung. Es korrespondiert mit dem 3. Auge, dem Energiezentrum zwischen den Augenbrauen, in dem die männliche und weibliche Energie miteinander verschmelzen und eins werden.“
Was bedeutet OM als Symbol?
Das OM ist ein heiliges Zeichen und Symbol, das die Kraft des ursprünglichen Urklangs in sich trägt. Es hat die Fähigkeit, dich zu deinem wahren Sein zu dir selbst zurückzuführen - jenseits von Rollen, Erwartungen und Gedanken.
Auf der Kleidung getragen, kann es ebenfalls diese Wirkung auslösen, die dich daran erinnert, dass du nicht getrennt bist, sondern ein Teil des Göttlichen bist.
Was bedeutet OM für Euch?
Als wir Euch fragten, was OM für Euch bedeutet, kam unter vielen anderen auch dieser Beitrag, der so schön und treffend ist, dass wir ihn hier mit Euch teilen wollen.
Claudia schrieb:
Golden OM ist auch eines meiner Lieblingsdesigns. Ich habe es in weiß als Jacke, mit goldenem Aufdruck und es gefällt mir außerordentlich gut. Für mich ist OM der Urton von Mutter Erde. Am Anfang war das Wort, beginnend mit diesem liebevollen Ton, der aus der Liebe heraus punktgenau erschafft. Göttliches Wirken. Göttliches Sein und Einssein und das persönliche Gefühl der reinen Wahrheit, der Essenz. Strahlend schön, wie das dazugehörige OM-Symbol. Vielmehr ein heiliger Ausdruck, die reine Essenz der Liebe. Segnung, Schutz und Erinnerung an unser aller wahres Sein, an die göttliche Urquelle und an alle unterstützenden Lichtwesen.
Die Weisheit um den Ursprung lebt weiter:
Die Weisheit unseres Vorfahrens ist nicht vergangen. Sie atmet in jedem Klang, in jedem bewussten Atemzug, in jedem Schritt auf dieser Erde. So wie OM an den Ursprung erinnert, führen auch schamanische Wege zurück in Verbindung: zur Natur, zum Rhythmus, zum inneren Licht. Auch die schamanische Trommel symbolisiert den Herzschlag der Erde - den Urklang der Schöpfung.
Wenn du dich vom Ursprung berühren lassen möchtest, findest du auf unserer Website Räume für tiefe Erfahrung: im Schamanischen Trommelbau, in schamanischen Reisen und in unserer Ausbildung. www.schamanische-ausbildung.com