Die Rauhnächte - eine magische, heilige Zeit der Besinnung
Die Rauhnächte sind eine magische, heilige Zeit der Besinnung, des Innehaltens und der inneren Einkehr. Wer sich auf sie einlässt, kann in diesen Nächten ein heiliges Portal außerhalb von Raum und Zeit durchschreiten - einen Übergang, der Schritt für Schritt näher zu sich selbst führt.
In den Rauhnächten werden die Samen gelegt für das, was im neuen Jahr in deiner Seele und deinem Leben wachsen möchte. Die äußere Welt wird leiser, das Rad des Jahres scheint stillzustehen. In dieser Stille wird es möglich, die feine, oft überhörte Stimme der eigenen Seele wieder wahrzunehmen. Sie zeigt dir, was dir wirklich wichtig ist und was nun gehen darf. Die Rauhnächte schenken Raum zum Loslassen, zum Auftanken und zur bewussten Neuausrichtung.
Wie ist die Zeitrechnung der Rauhnächte?
Die Rauhnächte wurzeln in einer alten Zeitrechnung, die sich aus der Differenz zwischen Sonnenjahr und Mondjahr ergibt. Während das Sonnenjahr 365 Tage zählt, umfasst das Mondjahr nur 354 Tage. Diese dazwischenliegenden Tage galten nicht als gewöhnliche Zeit, sondern als eine besondere Zwischenphase - eine Zeit, die keinem Jahr eindeutig zugeordnet ist.
Überliefert sind zwei Zählweisen. Manche beginnen die Rauhnächte mit der Wintersonnenwende, wenn die Dunkelheit ihren tiefsten Punkt erreicht und das Licht neu geboren wird. Andere zählen sie von Weihnachten bis zum Dreikönigstag. Beide Wege führen in denselben inneren Raum. Welche Zählung gewählt wird, ist weniger entscheidend als die Bereitschaft, sich diese Zeit zu schenken - so, wie es zur es zum eigenen Rhythmus und zum eigenen Leben passt.
Der Ursprung des Namens - Rauch, Wildnis und Anderswelt
Der Name Rauhnächte trägt mehrere Bedeutungsschichten in sich. Er verweist auf den Rauch des Räucherns, mit dem seit jeher Häuser, Ställe und Menschen gereinigt und geschützt wurden. Gleichzeitig klingt darin das Raue und Wilde an - eine Zeit, die sich der Ordnung entzieht, in der die Grenzen zur Anderswelt als besonders durchlässig empfunden wurden.
Man glaubte, dass in diesen Nächten Geister umherziehen und die Schleier zwischen den Welten dünn sind. Rauch wurde zum Mittler zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem.
Wenn das Rad des Jahres stillsteht - was man lassen sollte
Die Rauhnächte sind keine Zeit des Tuns, sondern des Seins. Alte Überlieferungen raten, in diesen Tagen nicht zu arbeiten, keine Wäsche zu waschen, nicht zu putzen oder zu nähen. Symbolisch bedeutet dies, nichts festhalten zu wollen. Das Alte darf ruhen. Ordnung darf sich auflösen. Erst aus diesem Stillstand kann Neues entstehen.
Für was stehen die Rauhnächte?
Die Rauhnächte sind eine Schwellenzeit. Ein Raum zwischen Vergangenheit und Zukunft, zwischen Ausatmen und Einatmen. Träume werden klarer, Zeichen zeigen sich deutlicher, und die innere Wahrnehmung vertieft sich. Es ist eine Zeit der Rückschau und der Ausrichtung zugleich – ein Übergang, der nicht im Außen, sondern im Inneren geschieht.
Welche Rituale kann man machen?
Rituale geben dieser formlosen Zeit Halt und Tiefe. Sie sind Einladungen, keine Pflichten.
Das Räucherritual dient der Reinigung und dem Schutz. Mit Kräutern oder Harzen wird Raum für Raum durchzogen, während innerlich alles verabschiedet wird, was nicht mit ins neue Jahr gehen soll.
Beim Wunschritual werden vor Beginn der Rauhnächte dreizehn Wünsche für das kommende Jahr aufgeschrieben. In jeder Rauhnacht wird ein Wunsch dem Feuer übergeben, ohne ihn erneut zu lesen. Der letzte Wunsch bleibt zurück - als jener, um den man sich im neuen Jahr selbst kümmern darf.
Träume begleiten viele Menschen durch diese Zeit. Die Nächte gelten als besonders empfänglich für Botschaften aus der Tiefe. Träume können notiert werden, nicht um sie zu deuten, sondern um ihnen Raum zu geben.
Auch Orakelrituale finden ihren Platz: Karten, Runen oder intuitive Impulse, die nicht Antworten liefern sollen, sondern Hinweise. Dabei ist jede K
Am Ende der Rauhnächte schließt ein Dankbarkeitsritual den Kreis. Das vergangene Jahr wird gewürdigt - mit allem, was es gebracht hat. Denn erst durch Dank kann wirklich losgelassen werden.
Wenn die letzte Rauhnacht langsam verklingt, schließt sich das Portal nicht abrupt. Es zieht sich leise zurück - so wie Nebel im ersten Morgenlicht. Was bleibt, ist ein feiner Nachhall in der Seele. Vielleicht ein Bild aus einem Traum, ein Gedanke, der immer wiederkehrt, oder ein stilles Gefühl von Klarheit.
Die Rauhnächte wollen nichts festhalten. Sie erinnern. An das, was wesentlich ist. An das, was gehen durfte. Und an das, was nun behutsam wachsen möchte. Die Samen sind gelegt - unscheinbar vielleicht, verborgen unter der Oberfläche, und doch voller Leben.
Mit dem wiederkehrenden Licht beginnt der Weg ins neue Jahr. Nicht laut, nicht eilig, sondern Schritt für Schritt. Was sich in der Stille gezeigt hat, darf nun ins Leben finden – im eigenen Tempo, auf die eigene Weise.
So endet die Zeit zwischen den Welten nicht wirklich. Sie klingt weiter, im Alltag, in kleinen Entscheidungen, in Momenten des Innehaltens. Und immer dann, wenn du still wirst und lauschst, erinnert sich deine Seele an diesen Raum - jenen Ort außerhalb der Zeit, an dem alles beginnen darf.
Die Weisheit unserer Vorfahren lebt weiter
Die Weisheit unserer Vorfahren lebt bis heute weiter. In der schamanischen Arbeit, im Trommelbau und in schamanischen Reisen wird die Verbindung zu Natur, Rhythmus und innerem Licht bewusst erfahren. Wer sich tiefer mit diesen Wegen beschäftigen möchte, findet in unserer schamanischen Ausbildung, im Trommelbau-Camp oder in schamanischen Reisen einen geschützten Raum für eigene Erfahrungen.
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